)

Was ist Stückgut? Definition & Beispiele

Der Versand von Waren ist das Rückgrat der modernen Wirtschaft. Doch während Pakete einfach mit der Post verschickt werden und riesige Industriemaschinen ganze Lkw füllen, gibt es dazwischen eine entscheidende Kategorie: das Stückgut. Es ist der am häufigsten vorkommende Standardfall im B2B-Versand.

Stückgut schließt die Lücke zwischen dem klassischen Paketdienst und der kompletten Lkw-Ladung. Ob eine einzelne Palette mit Ersatzteilen oder mehrere Holzkisten mit Werkzeugen – wenn eine Sendung zu groß für den Paketboten, aber zu klein für einen eigenen Lkw ist, kommt das Stückgut-Netzwerk ins Spiel. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die Definition, die Abgrenzung zum Sammelgut und wie Sie Ihre Prozesse mit GLM Global Logistics & More GmbH optimieren.

Das Wichtigste im Kürze

  • Stückgut sind einzelne, handhabbare Einheiten wie Kartons, Kisten, Paletten oder Fässer.

  • Es ist kein Flüssiggut oder Schüttgut (dafür braucht es Tank-/Silo-/Kippertransporte).

  • Stückgut läuft meist über ein Netzwerk: Abholung → Depot/Umschlag → Hauptlauf → Zieldepot → Zustellung.

  • Sammelgut entsteht, wenn Stückgut mehrerer Versender gebündelt wird.

  • Für ein Angebot braucht die Spedition vor allem: Anzahl Kolli, Maße, Gewicht, Stapelbarkeit, Abhol-/Zielort, Termin.

  • Verpackung & Etikettierung entscheiden über Schadenrisiko und reibungslosen Umschlag.

  • LTL/Teilladung ist oft sinnvoll, wenn es zu viel für Paket ist, aber keine Komplettladung.

Definition – Was ist Stückgut?

In der Logistik wird als Stückgut (englisch: General Cargo) alles bezeichnet, was sich „am Stück“ transportieren lässt. Es handelt sich um eine Einheit, die als Ganzes verladen werden kann, ohne dass sie -  wie etwa Flüssigkeiten oder Gase – erst in einen speziellen Behälter gefüllt werden muss.

  • Die Faustregel: Ein Packstück ist Stückgut, wenn es einzeln gehandhabt werden kann. Das reicht vom schweren Karton über Fässer bis hin zu Europaletten oder großen Maschinenkomponenten.

  • Abgrenzung: Stückgut ist das klare Gegenteil von Schüttgut (z. B. Kies, Getreide) oder Flüssiggut (z. B. Heizöl, Chemikalien in Tankschiffen), die lose befördert werden.

Stückgut Güterarten

Kolli vs. Stück

Im Stückgutversand werden die Begriffe Kolli und Stück häufig verwechselt. Die Unterscheidung ist jedoch wichtig, weil Speditionen Preise, Handling und Ladeplanung oft auf Basis dieser Angaben berechnen.

Begriff

Bedeutung

Typische Beispiele

Relevanz für die Spedition

Kolli

Kleinste, einzeln handhabbare Einheit einer Sendung

1 Karton, 1 Kiste, 1 Fass, 1 Paket, 1 Rolle

Anzahl der Kolli beeinflusst Handling, Etikettierung, Schadenrisiko und Sortierung

Stück

Zusammengefasste Transporteinheit, bestehend aus mehreren Kolli

6 Kartons auf einer Palette = 1 Stück

Grundlage für Preisberechnung, Lademeter, Palettenstellplätze und Transportplanung

Sendung

Gesamtheit aller Stücke eines Versenders für einen Transportauftrag

z. B. 3 Paletten (= 3 Stück) mit insgesamt 18 Kolli

Wird als kompletter Auftrag abgewickelt (Abholung, Tracking, Zustellung)

Unterschied zwischen Kolli und Stück

Stückgut Beispiele aus der Praxis

Stückgut Beispiele

Hinweis: Wenn eine Einheit die Standardmaße massiv überschreitet (z. B. über 3 Meter Breite), verlässt sie den Bereich des regulären Stückguts und wird als Schwer- oder Sondertransport eingestuft. Dann ändern sich Planung, Equipment und oft auch Genehmigungen.

Vor- und Nachteile von Stückguttransporten

Vorteile

  • Kosteneffizienz: Sie zahlen nur den Platz, den Sie wirklich verbrauchen.

  • Flexibilität: Ideal für schwankende Absatzmengen oder kleine Chargen.

  • Nachhaltigkeit: Durch die Bündelung im Sammelgutverkehr werden Leerfahrten vermieden und CO₂-Emissionen reduziert.

  • Planbarkeit: Dank fester Linienverkehre profitieren Sie von stabilen Laufzeiten.

Nachteile

  • Laufzeit: Durch die Konsolidierung in Depots dauert der Versand meist 24 bis 48 Stunden länger als eine Direktfahrt.

  • Schadenrisiko: Jede Umladung birgt theoretisch ein Risiko. Eine fachgerechte Ladungssicherung ist daher essenziell.

Stückgut vs. Sammelgut vs. Teilladung (LTL)

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche logistische Konzepte:

Begriff

Was es ist

Wann es passt

Stückgut

Einzelne, abgegrenzte Einheiten (Kolli/Paletten), die am Stück bewegt werden.

Wenn Sie einzelne Packstücke oder wenige Paletten versenden.

Sammelgut

Stückgut mehrerer Verlader wird gebündelt und als gemeinsame Sendungsströme gefahren.

Wenn Ihre Menge klein ist und über ein Netzwerk effizient mitläuft.

LTL / Teilladung

Sie belegen nur einen Teil der LKW-Kapazität; mehrere Kunden teilen sich den Raum.

Wenn Sie zu viel für Paket haben, aber keinen ganzen LKW füllen.

FTL / Komplettladung

Ein ganzer LKW wird exklusiv für Ihre Ware gebucht.

Wenn Volumen, Tempo oder Empfindlichkeit eine Direktfahrt sinnvoll machen.

So läuft Stückguttransport in der Praxis ab

Der Transport folgt einem standardisierten Ablauf:

Abholung (Vorlauf)

  1. Die Sendung wird beim Versender abgeholt und ins regionale Depot gebracht.

Umschlag im Depot

  1. Sortierung nach Zielregion, Konsolidierung mit anderen Sendungen.

Hauptlauf

  1. Transport über Linienverkehre zu Zieldepots – meist per Lkw, teilweise kombiniert mit Bahn.

Zieldepot

  1. Erneuter Umschlag, Zuordnung zu Zustelltouren.

Zustellung (Nachlauf)

  1. Lieferung an den Empfänger, ggf. mit Hebebühne oder Avisierung.

Welche Angaben braucht eine Stückgut-Spedition für ein Angebot?

Wenn Sie bei einer Stückgut Spedition anfragen, entscheidet die Datenqualität über Preis, Laufzeit und Risiko. Je klarer Sie liefern, desto schneller bekommen Sie ein gutes Angebot.

Checkliste für eine schnelle und korrekte Kalkulation:

  • Abholort + PLZ/Land

  • Zielort + PLZ/Land

  • Wunsch-Abholtermin / Wunsch-Zustellung (oder „Regellaufzeit ok“)

  • Anzahl Kolli / Sendungseinheiten

  • Maße je Einheit: Länge × Breite × Höhe

  • Gewicht je Einheit

  • Palette ja/nein (und welcher Typ, falls relevant)

  • Stapelbar: ja/nein (und max. Stapeldruck, wenn bekannt)

  • Warenart (kurz, z. B. „Ersatzteile“, „Elektronik“)

  • Gefahrgut: ja/nein (falls ja: UN-Nummer, Klasse)

  • Warenwert (für Versicherung/Handling)

  • Zustellbedingungen: Hebebühne, Avis, Zeitfenster, Etage, Baustelle etc.

Stückgutkosten: Wovon hängen die Preise ab?

Für Stückguttransporte gibt es keine einheitliche Preisliste, da jede Sendung andere Anforderungen mitbringt. Dennoch sind die zentralen Preisfaktoren in der Logistikbranche sehr stabil und lassen sich klar benennen. Speditionen – darunter auch GL More – kalkulieren auf Basis technischer Daten, logistischer Rahmenbedingungen und gewünschter Servicelevel.

Die wichtigsten Preisfaktoren (mit Praxisbezug)

  • Gewicht (tatsächlich)
    Schweres Stückgut wird oft stärker über Gewicht abgerechnet – vor allem, wenn es die Nutzlast oder Achslasten schneller ausreizt.

  • Volumen / Platzbedarf (Lademeter, Stapelbarkeit, Maße)
    Im Stückgut zählt nicht nur „wie schwer“, sondern auch „wie viel Platz“. Viele Transporteure kalkulieren über Lademeter oder Palettenplätze. DHL beschreibt Lademeter ausdrücklich als wichtig für die Preiskalkulation und nennt als Faustwert: Eine Europalette entspricht 0,4 Lademetern. Nicht stapelbare Ware (z. B. empfindliche Geräte) kann den Platzbedarf stark erhöhen – selbst bei geringem Gewicht.

  • Relation (Strecke + Länder + Netzabdeckung)
    Ob eine Relation gut im Liniennetz liegt oder „abseits“ ist, wirkt sich auf Preis und Laufzeit aus.

  • Servicelevel / Laufzeit
    „Regellaufzeit“ ist meist günstiger als Express- oder Fixtermin. DHL beschreibt die Produktwelt im Straßentransport u. a. als LTL/Teilladung/FTL – je direkter und exklusiver, desto eher steigen Geschwindigkeit und Kosten. 

  • Zusatzleistungen
    Hebebühne, Avisierung, Fixtermin, Zustellung mit Zeitfenster oder besondere Zustellorte (z. B. schwierige Anfahrt) sind typische Kostentreiber.

  • Handling-Anforderungen / Risiko
    Sperrige Formen, empfindliche Ware, hohe Sicherungsanforderung oder Spezialverpackung erhöhen Aufwand im Umschlag.

Zwei einfache Beispiele:

Beispiel

Was passiert in der Kalkulation?

Warum das wichtig ist

2 Paletten, sehr leicht aber groß (z. B. voluminöse Verpackung)

Preis orientiert sich eher am Platzbedarf/Lademetern

Sie „belegen Raum“, obwohl das Gewicht gering ist.

2 Paletten, sehr schwer aber kompakt (z. B. Metallteile)

Gewicht/Nutzlast spielt stärker rein

Das Risiko für Überladung/Handling steigt, Netzwerke haben Limits.

Was Sie intern als Faustregel mitnehmen sollten:

  • Wenn Ihre Sendung viel Raum braucht (nicht stapelbar, sperrig), denken Sie zuerst in Lademetern/Palettenplätzen.

  • Wenn Ihre Sendung sehr schwer ist, prüfen Sie Gewicht je Palette/Kolli frühzeitig (auch wegen Handling und Zulässigkeiten).

  • Laufzeit ist ein eigener Hebel: Kombinierte Verkehre (LTL) sind effizient, direkte/exklusive Lösungen (FTL) sind typischerweise schneller – aber kostenintensiver.

Stückgutlogistik mit GLM Global Logistics & More GmbH

GLMore bietet nationale und internationale Stückguttransporte für Unternehmen jeder Größe. Laut Unternehmenswebsite umfasst das Angebot:


Sie möchten Stückgut national oder international versenden? Teilen Sie uns die Sendungsdaten mit – wir prüfen die beste Lösung


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Stückgut und Sammelgut?

Stückgut sind einzelne, klar abgegrenzte Transporteinheiten (z. B. Packstück, Palette, Fass, Kiste), die sich „am Stück“ bewegen lassen.

Sammelgut entsteht, wenn Stückgüter verschiedener Verlader im Netzwerk gebündelt und gemeinsam weitertransportiert werden (mehr Umschlag, dafür oft günstiger).

H3. Was bedeutet „Kolli“ im Stückgutversand? 

Ein Kolli ist die kleinste Einheit einer Warensendung (z. B. 1 Karton). Mehrere Kolli können als eine Sendungseinheit („Stück“) zusammengefasst werden (z. B. 6 Kartons auf 1 Palette).

H3. Wann ist es keine Stückgutsendung mehr (Paket/FTL)?

Paket: Wenn Sendung und Maße/Gewicht in die Paketlogik eines Carriers passen (standardisierte Limits). Beispiel DHL Paket (DE) bietet Tarife bis 31,5 kg. DHL

FTL/Komplettladung: Wenn Sie einen ganzen LKW buchen (exklusiv, meist direkter/schneller). DHL Freight Connections.

Dazwischen liegt häufig LTL/Teilladung (Sie belegen nur einen Teil der Kapazität).

H3. Welche Daten brauche ich für eine Preisberechnung?

Kurz gesagt: Platz + Gewicht + Strecke + Service. Geben Sie idealerweise an:

  • Abhol-/Zielort (PLZ/Land), Terminfenster

  • Anzahl Kolli/Paletten

  • Maße (L×B×H) je Einheit, Gewicht je Einheit

  • Stapelbar ja/nein, Überstand/Sperrigkeit

  • Ware/Verpackungsart, ggf. Gefahrgut (ADR)

  • Zusatzleistungen: Hebebühne, Avis, Fixtermin, Zustellung mit Zeitfenster

H3. Wie reduziere ich Schäden im Stückgutnetz?

  • Stabile Verpackung für Umschlag (Kanten-/Eckschutz, ausreichende Polsterung)

  • Palettieren statt lose Kartons, nichts überstehen lassen

  • Sicher fixieren (Stretch + Umreifung), nicht stapelbar klar markieren

  • Labels doppelt anbringen (mind. 2 Seiten), scannbar und geschützt

  • Bei wertvoll/empfindlich: eher direkter (LTL/FTL) statt viele Umschläge einplanen

H3. Ab welchem Gewicht ist ein Transport Stückgut und kein Paket mehr?

Es gibt keine weltweit einheitliche Grenze. DHL Freight weist darauf hin, dass die Abgrenzung nicht abschließend geregelt ist und beim Paketversand „gewöhnlich“ oft 50 kg als Orientierung genannt werden; darüber sei Stückgutversand sinnvoll.In der Praxis liegen Paketlimits je nach Anbieter/Land häufig deutlich niedriger (z. B. DHL Paket DE bis 31,5 kg)